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ÜBER MICH

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Es war einmal ein Mädchen aus West-Berlin

Dass ich Yogalehrerin bin, weißt du an dieser Stelle schon. Vielleicht fragst du dich, wie es dazu kam, dass eine Teenagerin aus einer migrantischen Arbeiterfamilie in einer Zeit vor YouTube, Instagram und co Yoga für sich entdeckte. Ob es reiner Zufall oder pures Schicksal war, als mir ein (rückblickend betrachtet fragwürdiges) Yogabuch über den Weg lief, kannst du selbst entscheiden. Ich war auf jeden Fall hooked und pilgerte durch die ganze Stadt, um für mich erschwingliche Yogaangebote zu finden. Damals waren Studios nämlich rar und deutlich exklusiver. 

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Viele Wege führen nach Rom

Abi, Reisen, Freiwilligendienst, Studium, Ersamus, Party, Studiengangwechsel, Abschluss, Reisen, Videoproduktion, versuchen meinen Platz in dieser Welt zu finden - und Yoga war immer am dabei. 2018 war es dann soweit. Zwar ging es nicht über den großen Teich nach Indien, sondern nur über einen kleinen Teich auf die Fraueninsel am Chiemsee: Teacher Training bei Jivamukti. Es folgten ein zweijähriges Apprenticeship und viele Klassen als neugebackene und nervöse Yogaleherin in überfüllten Studios, in denen sich 45, teils finster reinblickende, Augenpaare auf mich richteten. Fake it till you make it war damals - gezwungenermaßen - mein Motto.

Irgendwann war das Selbstbewusstsein nicht mehr gespielt und ich verließ die Produktionsagentur, um mich komplett auf Yoga zu fokussieren.

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Not on my watch!

Als Yogalehrerin heranzureifen bedeutet auch, seine eigene Stimme zu entwickeln und herauszufinden, wofür man stehen möchte. Mir war bald klar, dass die Yogaszene ein massives Problem hat: Whitewashing ohne Ende. Von Diversität oder Representation keine Spur und ein sehr elitäres Verständnis von Achtsamkeit und Wellness. Es war Zeit, dass sich da was ändert und da ich nicht warten wollte, bis sich jemand sich erbarmt, Platz zu machen, hab ich das Ganze selbst in die Hand genommen. Wenn du wissen möchtest, wie das ausgegangen ist, lies unten weiter.

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DIASPORA WELLNESS CLUB

Bäh - watt is datt denn?

Am Anfang war das Wort und das Wort war: hä? Wie kann es sein, dass bei der Google-Bildersuche auf das Schlagwort Yoga auschhließlich schlanke weiße Frauen zu finden sind? Wie ist es möglich, das Yogastudios mit Vorliebe Räume in migrantisch geprägten Nachbarschaften anmieten, aber diese Diversität weder in der Lehrer- noch in der Schüler*innenschaft wiedergespiegelt wird? Wieso, weshalb, warum. Wieso sind kaum nicht-weiße Menschen in den Studios zu finden, in Kampagnen, auf Postern? Spoiler: Es liegt nicht daran, dass sie kein Interesse an Yoga und Achtsamkeit haben. Als ich mit meinen ersten Events für BIPOC (Black, Indigenous, People of Color) an den Start ging, hat sich gezeigt, wie groß das Interesse in Wirklichkeit ist. Die Leute haben händeringend nach dieser Art von Räumen gesucht, weil die Räume, die ihnen bis dato zur Verfügung standen, sie weder angesprochen noch ihre Bedürfnisse berücksichtigt und in einigen Fällen, auch einfach nicht sicher für sie waren.

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Ignorance is bliss

Wenn ich darüber nachgedacht hätte, was die sogenannte Mehrheitsgesellschaft davon hält, dass ich ein Projekt starte, in dem es darum geht, Yoga und Wellnesserfahrungen anzubieten, die sich explizit an Menschen der globalen Mehrheit (eine Bezeichnung, die ich viel lieber nutze als BIPOC), hätte ich mich vielleicht nicht getraut, das durchzuziehen. Zum Glück habe ich aber keinen Gedanken daran verschwendet und mich einfach darauf fokussiert, wie ich dazu beitragen kann, meine Community mit der lebensverändernden Welt des Yoga bekannt zu machen.

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Was bisher geschah

Mit DIASPORA WELLNESS CLUB entstand zunächst eine Platform, über der ich meine, in der Yogawelt recht einzigartige Perspektive, sichtbar machen konnte und mich mit anderen Schwarzen  Menschen vernetze, die im Bereich Heilung tätig waren. Aus diesen Verbindungen entstanden wunderbare Freundschaften und Events. 2022 startete ich eine wöchentliche Klasse, damals noch BIPOC Yoga gennant. Diese lief drei Jahre lang durchgängig und macht aktuell eine kleine Pause. Hunderte von Menschen kamen im Laufe der Zeit in diese Klasse und haben neben körperlicher Betätigung und innerem Frieden auch eine wundervolle Gemeinschaft gefunden, aus denen Freund*innenschaften, Jobs und Tandempartnerschaften entstanden sind. Diese tolle Community bereichert nicht nur die wöchentliche Klasse, sondern wächst auch durch die vielen Workshops, Events und Retreats (eins davon in Ghana), die ich in den letzten Jahren anbieten durfte.

Dies zog auch die Aufmerksamkeit großer Namen auf sich, weshalb Kollaborationen mit Nike (als Ambassador), Adidas und lululemon keine Seltenheit darstellen.

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